Schwarzes Weed

Das meiste Cannabis, das man sieht, ist grün. Doch manchmal überrascht die Natur Grower mit deutlich dunkleren Farbtönen. Schwarzes Weed ist zwar selten, aber weder ein Mythos noch ein Zeichen von Schimmel. Bestimmte Cannabispflanzen können extrem dunkle violette Nuancen entwickeln, die fast schwarz wirken und zu den optisch eindrucksvollsten Buds gehören, die man sehen kann.
Für viele Grower und Enthusiasten steht schwarzes Cannabis für Seltenheit und ein gewisses Mysterium. Doch was genau lässt Weed schwarz werden, und kann man solche Pflanzen selbst anbauen? Werfen wir einen Blick auf die Wissenschaft, die Mythen und die Sorten hinter diesem ungewöhnlichen Phänomen.
Warum Weed schwarz wird
Wie alle Pflanzen ist Cannabis von Natur aus grün, da es Chlorophyll enthält – den Farbstoff, der Licht in Energie umwandelt. Chlorophyll ist jedoch nicht das einzige Pigment in der Pflanze. Cannabis produziert außerdem Anthocyane, wasserlösliche Flavonoide, die auch in farbintensiven Pflanzen wie Blaubeeren, Auberginen oder Rotkohl vorkommen.
Unter den richtigen Bedingungen können diese Anthocyane das Chlorophyll überlagern und Blätter sowie Buds violett, rot oder nahezu schwarz färben. Je dunkler die Farbe, desto höher ist der Anthocyangehalt.
Entgegen mancher Annahmen ist schwarzes Weed weder gefährlich noch überreif. Es ist schlicht ein Ausdruck der genetischen und umweltbedingten Eigenschaften der Pflanze.
Die Rolle von Temperatur und Umwelt
Einer der wichtigsten Umweltfaktoren für dunkle Färbungen ist die Temperatur. Wird Cannabis kühleren Bedingungen ausgesetzt, insbesondere während der Blütephase, verlangsamt sich die Chlorophyllproduktion, wodurch Anthocyane stärker sichtbar werden.
Wer dunklere Farben fördern möchte, kann in den letzten Blütewochen die Nachttemperaturen auf etwa 60 °F (15–17 °C) senken. Das ahmt kühle Herbstnächte nach, wie sie Cannabis im Outdoor-Anbau erlebt.
Auch der pH-Wert kann eine subtile Rolle spielen. Zwar sollte Erde oder Nährlösung stets im Bereich von 6,0 bis 7,0 liegen, doch einige Grower berichten, dass Werte am oberen Ende dieses Bereichs die Anthocyanbildung begünstigen. Dennoch bleibt die Genetik der entscheidende Faktor – der pH-Wert allein macht aus grünem Weed kein schwarzes.
Genetik: Der Schlüssel zu dunklem Cannabis
Unabhängig davon, wie perfekt Temperatur oder Substrat eingestellt sind, werden die meisten Cannabissorten niemals schwarz. Die Färbung ist in erster Linie genetisch bedingt.
Bestimmte Kultivare produzieren von Natur aus mehr Anthocyane und haben daher ein höheres Potenzial für tiefviolette bis fast schwarze Farbtöne. Diese Pigmente treten oft mit zunehmender Reife auf, besonders bei kühleren Anbaubedingungen.
Wer gezielt dunkles Weed anbauen möchte, sollte Sorten wählen, die für farbige Phänotypen bekannt sind. Viele indica-dominante Hybriden aus kälteren Regionen bringen diese Eigenschaft mit, während Sativas aus tropischen Gebieten meist kräftig grün bleiben.
Ist schwarzes Weed stärker?
Ein weit verbreiteter Mythos besagt, dass schwarzes Weed stärker oder psychedelischer sei als grünes Cannabis. Tatsächlich hat die Farbe keinen direkten Einfluss auf die Potenz.
Anthocyane sind nicht psychoaktiv und beeinflussen das High nicht. Entscheidend für die Wirkung sind vielmehr THC-, CBD- und Terpenprofile.
Allerdings sind viele dunkle Sorten dennoch sehr potent, da Züchter häufig sowohl auf hohen THC-Gehalt als auch auf besondere Farbmerkmale selektieren. Die Farbe selbst verstärkt die Wirkung also nicht, tritt aber oft bei besonders aromatischen und kräftigen Sorten auf.
Vorsicht vor falschem „schwarzem Weed“: Rußtau
Bevor du dich über „seltene schwarze Buds“ freust, solltest du sicherstellen, dass es sich um natürliche Färbung handelt und nicht um Rußtau.
Rußtau ist ein Pilzbefall, der durch saugende Schädlinge wie Blattläuse oder Weiße Fliegen entsteht. Diese hinterlassen klebrige Rückstände, auf denen sich ein schwarzer Pilzbelag bildet. Im Gegensatz zur natürlichen Pigmentierung liegt dieser Belag wie Staub oder Ruß auf der Oberfläche und ist kein echter Farbwechsel des Pflanzengewebes.
Ein einfacher Test: Wische ein Blatt vorsichtig mit einem feuchten Tuch ab. Lässt sich das Schwarze leicht entfernen, handelt es sich um Schimmel und nicht um genetische Färbung.
So beugst du Rußtau vor:
- Halte den Growraum sauber und gut belüftet.
- Kontrolliere die Pflanzen regelmäßig auf Schädlinge.
- Setze auf natürliche Schädlingsbekämpfung wie Neemöl oder Nützlinge, etwa Marienkäfer.
Falls Rußtau auftritt, kannst du ihn mit einer milden Seifen-Wasser-Lösung abwischen und befallene Blätter entfernen.
Wie man dunklere Buds auf natürliche Weise fördert
Wenn die Genetik deiner Sorte es zulässt, kannst du einige Maßnahmen ergreifen, um dunklere Farbtöne während des Wachstums zu unterstützen.
- Nachttemperaturen senken: Reduziere die Temperaturen nachts in der Endblüte um 5–10 °F.
- Luftfeuchtigkeit kontrollieren: Halte die relative Luftfeuchte in der späten Blüte bei etwa 40–50 %, um Schimmel zu vermeiden.
- Hochwertige Nährstoffe verwenden: Eine ausgewogene Versorgung mit ausreichend Phosphor und Kalium unterstützt intensive Färbungen.
- Stickstoff nicht überdosieren: Zu viel Stickstoff hält Buds grün, da er die Chlorophyllproduktion fördert.
- Richtig spülen: Das Entfernen überschüssiger Nährstoffe vor der Ernte lässt Pigmente in den letzten Wochen deutlicher hervortreten.
Diese Methoden machen nicht jede Pflanze schwarz, erhöhen aber die Chancen auf kräftige, ausdrucksstarke Farben.
Die besten schwarzen Weed-Sorten
Obwohl selten, gibt es einige Cannabissorten, die für ihre dunklen, fast schwarzen Buds bekannt sind. Jede bringt ihre eigene Kombination aus Farbe, Wirkung und Aroma mit.
The Black
Ein echter Klassiker: The Black ist eine indica-dominante Sorte, die erstmals in den 1980er-Jahren in Kalifornien auftauchte. Mit zunehmender Reife dunkeln die Buds stark nach und entwickeln tiefe violette Töne, die unter bestimmten Lichtverhältnissen nahezu pechschwarz wirken. Die Wirkung ist schwer und stark entspannend – ideal für den Abend.
Black Domina
Black Domina ist eine weitere bekannte dunkle Sorte, die in den 1990er-Jahren in den Niederlanden gezüchtet wurde. Als Kreuzung aus Northern Lights, Afghani, Ortega und Hash Plant bildet sie kompakte, harzreiche Buds, die bei kühleren Temperaturen intensiv nachdunkeln. Erwartet werden ein tiefes Körper-High sowie erdige, würzige Aromen.
Royal Domina
Eine moderne Interpretation ist Royal Domina, eine Kreuzung aus Black Domina und Kalijah. Dieser Hybrid liefert ein starkes Indica-Erlebnis mit Zitrus-, Gewürz- und Erdnoten. Die dichten Buds funkeln vor Trichomen und zeigen häufig dunkle violette bis schwarze Untertöne.
Violette und andere farbenfrohe Alternativen
Wer den Look von schwarzem Weed mag, wird auch violette Sorten lieben. Purple Queen oder Purplematic sind gute Beispiele für Pflanzen mit intensiven Violetttönen und ausgewogenen, entspannenden Effekten.
Solche farbigen Sorten machen den Growraum nicht nur optisch spannender, sondern zeigen auch die genetische Vielfalt von Cannabis. Ob tiefviolett, rot oder fast schwarz – jede Farbe erzählt etwas über Chemie und Umwelt der Pflanze.
Black Weed FAQs
Ist schwarzes Weed natürlich?
Ja. Schwarzes Weed entsteht natürlich bei Sorten mit hohem Anthocyangehalt, besonders bei kühleren Anbaubedingungen.
Kann jede Cannabissorte schwarz werden?
Nein. Nur Sorten mit entsprechender Genetik können dunkle Färbungen entwickeln. Umweltfaktoren verstärken sie, erzeugen sie aber nicht von Grund auf.
Ist schwarzes Weed stärker als grünes?
Nicht unbedingt. Die Farbe stammt von Pigmenten, nicht von Cannabinoiden. Die Potenz hängt von THC, CBD und Terpenen ab.
Kann schwarzes Weed schimmelig sein?
Wenn Buds von einer staubigen, abwischbaren Schicht bedeckt sind, handelt es sich um Schimmel und nicht um natürliche Färbung. Immer genau prüfen, bevor konsumiert wird.
Das Wichtigste zum Schluss
Schwarzes Weed wirkt geheimnisvoll, doch Magie steckt nicht dahinter. Die dunklen Farben entstehen durch Genetik, Temperatur und Pflanzenchemie. Für Grower ist es ein spannendes Experiment, das aus einer normalen Ernte etwas wirklich Besonderes machen kann.
Egal ob du The Black, Black Domina oder einen anderen farbintensiven Hybrid anbaust – konzentriere dich zuerst auf gesunde Anbaubedingungen. Die Farbe ist nur der Bonus. Der wahre Lohn ist aromatisches, potentes und sorgfältig angebautes Cannabis.
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