Der optimale Lichtplan für autoflowering Cannabispflanzen

Autoflowering Pflanzen haben ihren festen Platz im Indoor-Grow gefunden, besonders bei Einsteigern. Sie blühen unabhängig vom Lichtzyklus und sind dadurch unkomplizierter als photoperiodische Sorten. Trotzdem entscheidet die Beleuchtung maßgeblich darüber, wie kräftig Deine Pflanzen wachsen, wie kompakt die Buds werden und wie stabil die gesamte Entwicklung verläuft. Dieser Leitfaden zeigt Dir klar und verständlich, welcher Lichtplan für Autoflowers wirklich funktioniert und worauf Du in typischen deutschen Anbauräumen achten solltest.
Warum Lichtpläne auch bei Autoflowers entscheidend sind
Auch wenn Autoflowers nicht auf eine Umstellung der Lichtstunden reagieren, ist die Lichtmenge ein direkter Faktor für Wachstum, Photosynthese und Ertrag. Moderne LEDs liefern heute genaue Angaben zu PPFD und DLI, was Dir hilft, Deinen Pflanzen exakt das zu geben, was sie benötigen. Für Anfänger bedeutet das: Je stabiler und berechenbarer das Licht, desto gesünder entwickelt sich die Pflanze über ihren gesamten Lebenszyklus.
Der empfohlene 18/6-Lichtzyklus
Für die meisten Anbausituationen ist ein 18 Stunden Licht und 6 Stunden Dunkelheit umfassender Zyklus der beste Ausgangspunkt. Er bietet ausreichend Energie für schnelles Wachstum und gleichzeitig eine kurze Ruhephase, in der die Pflanze ihren Stoffwechsel stabilisiert. Ein 18/6-Zyklus ist besonders vorteilhaft in kleinen deutschen Growzelten oder Kellerräumen, wo Lüftung und Temperaturregelung oft begrenzt sind. Während der Dunkelphase sinkt die Wärmeentwicklung, was Überhitzung in dichten Setups vorbeugt.
24 Stunden Licht: sinnvoll oder übertrieben?
Einige Grower lassen ihre Autoflowers rund um die Uhr beleuchtet. Aus botanischer Sicht funktioniert das, denn Cannabis als C3-Pflanze kann während aller Lichtstunden CO₂ aufnehmen. Doch ein 24-Stunden-Betrieb erhöht den Energieverbrauch erheblich und lässt den Pflanzen keine natürliche Erholungspause. In der Praxis zeigt sich, dass die Ertragsunterschiede zwischen 18/6 und 24/0 gering sind. Für Anfänger ist 18/6 daher der zuverlässigere, stabilere und kosteneffizientere Plan.
Wann ein 12/12-Zyklus sinnvoll sein kann
Ein 12/12-Lichtplan ist bei Autoflowers nicht ideal, kann aber in bestimmten Situationen dennoch passend sein. Dazu gehören verschiedene typische Probleme im deutschen Indoor-Anbau.
- Wenn das Growzelt im Sommer oder im schlecht isolierten Dachgeschoss regelmäßig an die Temperaturgrenzen kommt, kann eine nächtliche Beleuchtung mit 12 Lichtstunden das Klima stabilisieren.
- Wenn photoperiodische Pflanzen gleichzeitig geblüht werden, müssen Autoflowers denselben Zyklus teilen und erhalten dann ebenfalls nur 12 Stunden Licht.
- Bei geringem Budget reduziert ein 12/12-Zyklus die Stromkosten, auch wenn kleinere Buds in Kauf genommen werden müssen.
Wie viel Licht Autoflowers wirklich benötigen
Moderne Growmethoden orientieren sich weniger am Lichtzyklus und stärker an Lichtintensität und DLI. Für Autoflowers gelten folgende PPFD-Richtwerte:
- Wachstumsphase: 300 bis 450 µmol/m²/s
- Frühe Blüte: 450 bis 550 µmol/m²/s
- Späte Blüte: 550 bis 650 µmol/m²/s
Zu hohe Werte führen leicht zu Lichtstress, besonders in kleinen Zelten mit begrenzter Abwärme. In feuchten Kellern sorgt die geringere Luftbewegung dafür, dass Blätter empfindlicher auf Hitze und intensives Licht reagieren. Eine moderate Intensität ist hier oft sinnvoller als maximale Auslastung.
Das optimale Lichtspektrum für Autoflowers
Autoflowers reagieren besonders gut auf moderne Vollspektrum-LEDs, die sowohl blaue als auch rote Lichtanteile enthalten. Blaues Licht fördert kompaktes Wachstum und kurze Internodien in der vegetativen Phase. Rotes Licht unterstützt anschließend die Blütenbildung und ein gezieltes Strecken in der Blüte. Entscheidend ist nicht ein extremes Verhältnis einzelner Spektren, sondern die gleichmäßige Versorgung mit einem vollständigen Spektrum über den gesamten Lebenszyklus.
Tipps für kleine Growzelte und feuchte Keller in Deutschland
Viele Einsteiger bauen in 60×60 oder 80×80 cm Zelten an oder nutzen Kellernischen, die naturgemäß feuchter und kühler sind. Diese Räume erfordern besondere Aufmerksamkeit bei der Beleuchtung. Stelle die Lampe etwas höher und erhöhe die Intensität schrittweise, um Lichtstress zu vermeiden. In Kellerräumen sollte die Luftbewegung so gut wie möglich sein, da hohe Feuchtigkeit Wärme staut und die Blätter empfindlicher macht. Achte darauf, dass die Temperatur während der Lichtstunden nicht über etwa 28°C steigt.
Sanftes Training statt Stress: LST für Autoflowers
Da Autoflowers sehr kurze vegetative Phasen haben, reagieren sie empfindlich auf harte Trainingstechniken. LST ist deshalb die sicherste Methode für Einsteiger. Durch vorsichtiges Herunterbinden der Triebe entsteht ein gleichmäßiges Blätterdach, das die Lichtausbeute verbessert und die Buds harmonisch entwickelt. Techniken wie Topping oder Fimming führen leicht zu Wachstumsverzögerungen und bringen bei Autoflowers selten Vorteile.
Zusätzliche Hinweise für einen erfolgreichen Grow
Ein stabiler Lichtplan ist ein Kernfaktor, doch für ein rundes Ergebnis spielen weitere Punkte eine wichtige Rolle.
- Wähle eine Sorte mit solidem Ertragspotenzial
- Säe direkt im Endtopf, um Stress durch Umtopfen zu vermeiden
- Verwende luftiges Substrat mit guter Drainage
- Prüfe regelmäßig den Abstand zwischen Lampe und Pflanze
FAQ: Häufige Fragen zu Licht und Autoflowers
Wie viele Lichtstunden brauchen Autoflowers täglich?
Am besten funktionieren 18 Lichtstunden pro Tag. Dieser Zyklus bietet ein optimales Verhältnis aus Energiezufuhr, Temperaturkontrolle und Stromverbrauch.
Kann ich Autoflowers unter 12/12 anbauen?
Ja, aber die Erträge fallen kleiner aus. Trotzdem ist 12/12 eine praktikable Lösung bei Hitzeproblemen oder wenn photoperiodische Pflanzen gleichzeitig blühen.
Wie hoch sollte die Lampe hängen?
Ein typischer Abstand für LEDs liegt bei 35 bis 45 cm. In kleinen Zelten kann ein etwas größerer Abstand sinnvoll sein, um Stress an den oberen Blättern zu vermeiden.
Welche PPFD-Werte sind ideal für die Blüte?
Etwa 550 bis 650 µmol/m²/s sind optimal. Höhere Werte erhöhen das Risiko von Lichtstress, besonders in warmen und engen Setups.
Brauchen Autoflowers eine Dunkelphase?
Sie benötigen keine, profitieren jedoch von einer kurzen Erholungsphase. Daher ist 18/6 der ausgewogenste Kompromiss.
Ein natürlicher Schlussgedanke
Autoflowers sind unkompliziert, aber Licht bleibt der Schlüssel zu einer erfolgreichen Ernte. Wer die Lichtstunden sinnvoll wählt, die Intensität kontrolliert und die Bedingungen seines Raums berücksichtigt, legt die Grundlage für kräftige Pflanzen und dichte, aromatische Buds. Gerade Einsteiger profitieren von einem klaren, stabilen Lichtplan, der Fehler vermeidet und den gesamten Grow berechenbar macht.
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